

Robbenkolonien beobachten, durch Champagnerlagen radeln oder in flämischen Altstädten einkehren: Kaum eine französische Region vereint auf so engem Raum derart unterschiedliche Landschaften wie die Hauts-de-France. Wer hier aufs Fahrrad steigt, entdeckt nicht nur eine Route, sondern jeden Tag ein anderes Gesicht Frankreichs. Fünf Touren, fünf Perspektiven. Radeln in den Hauts-de-France ist nicht nur eine Frage der Strecke, sondern der Geschichten, die unterwegs entstehen.

Fischer, Festungen und flämische Fassaden
Wer Nordfrankreich als Durchgangsregion unterschätzt, wird entlang der Canche eines Besseren belehrt. Das Tal des kleinen Küstenflusses versammelt auf engem Raum überraschend viele Facetten der Region: traditionsreiche Fischerhäfen, mittelalterliche Festungsstädte, stille Naturlandschaften und einige der schönsten Marktplätze Frankreichs.
Die Tour in drei Etappen startet im mondänen Seebad le Touquet-Paris Plage. In Étaples erinnern Fischerboote und Markthallen daran, dass die Nordsee seit Jahrhunderten den Alltag prägt. Wenige Kilometer weiter erhebt sich Montreuil-sur-Mer über dem Tal. In der Oberstadt entfaltet Montreuil seinen vollen Charme mit Kopfsteinpflastergassen, historischen Plätzen und Ausblicken, die schon Victor Hugo inspirierten. Dazwischen breitet sich eine Landschaft aus Feuchtgebieten, Wiesen und kleinen Wäldern aus, die zahlreichen Vogelarten als Rückzugsort dient.
Zum Finale wartet Arras mit seinen prachtvollen flämisch-barocken Fassaden und monumentalen Plätzen. Kaum eine andere Gegend verbindet maritime Traditionen, Kulturerbe und Natur so selbstverständlich miteinander. Diese Radtour zeigt ein Nordfrankreich, das oft im Schatten der großen Reiseziele steht und gerade deshalb voller Entdeckungen steckt.
Routeninfos: Le Touquet – Arras, 118 km, 3 Tage, Höhenunterschied gesamt 405 m, für geübte Radler oder E-Bike

Wo Seehunde die Nachbarn sind
In der Somme-Bucht scheint die Natur Regie zu führen. Zweimal täglich verändert die Tide die Landschaft und verwandelt die weiten Flächen zwischen Meer und Land in eine Kulisse, die je nach Licht völlig anders wirkt. Für viele gilt die Baie de Somme als eine der schönsten Küsten Frankreichs.
Die Route verbindet die mittelalterlichen Gassen von Saint-Valery-sur-Somme mit den Dünen, Salzwiesen und Vogelschutzgebieten der Bucht. Bei Pointe du Hourdel lassen sich mit etwas Glück Seehunde beobachten, die sich auf den Sandbänken sonnen. Wenige Kilometer weiter prägen die farbenfrohen Strandkabinen von Cayeux-sur-Mer das Bild.
Die dreitägige Tour bietet sich gut für Familien und Einsteiger an. Besonders reizvoll ist die Mischung aus Natur und Geschichte. Nostalgische Dampflokomotiven verkehren noch immer entlang der Bucht, während Fischerorte, alte Hafenanlagen und Vogelreservate vom engen Verhältnis zwischen Mensch und Meer erzählen. Eine Reise durch eine Landschaft, die niemals ganz dieselbe bleibt.
Routeninfos: Rundtour mit Start und Ende in Noyelles-sur-Mer, 123 km, 3 Tage, Höhenunterschied gesamt 240 m, leichte Tour für Familien und Einsteiger

Der Duft von Maroilles liegt in der Luft
Das Avesnois gehört zu den unbekanntesten Landschaften Frankreichs – und vielleicht gerade deshalb zu den spannendsten. Statt weiter Horizonte prägen grüne Heckenlandschaften, Obstgärten und kleine Dörfer das Bild. Die Franzosen nennen diese Kulturlandschaft „Bocage“ – ein Mosaik aus Wiesen, Baumreihen und Hohlwegen.
Ausgangspunkt der Tour ist Maubeuge mit seinen beeindruckenden Vauban-Festungen. Von dort führt die Strecke durch eine Region, in der Genuss und Handwerk eng miteinander verbunden sind. Immer wieder laden Käsereien, Brauereien und lokale Produzenten zu Stopps ein. Der berühmte Maroilles-Käse ist dabei allgegenwärtig und gehört ebenso zur Identität des Avesnois wie die traditionellen Dorfplätze und Musikpavillons.
Geübte Radfahrer bewältigen die über 127 Kilometer lange Radstrecke in drei Etappen. Unterwegs wechseln sich stille Waldabschnitte, Kanalufer und sanfte Hügel ab. Mit dem Wald von Mormal wartet zudem das größte zusammenhängende Waldgebiet Nordfrankreichs. Das Avesnois zeigt eine überraschend grüne Seite des Landes und eine Lebensart, die sich bewusst Zeit nimmt.
Routeninfos: Rundtour mit Start und Ende in Maubeuge, 127 km, 3 Tage, Höhenunterschied max. 324 m, für geübte Radler oder per E-Bike

Wo Champagner wächst und Geschichte nachhallt
Kaum zu glauben: Die südlichen Ausläufer der Hauts-de-France gehören noch zu den nördlichen Weinlagen der Champagne. Tatsächlich beginnt rund um Château-Thierry eine Welt aus Weinbergen, Winzerdörfern und sanften Hügeln, die zu den unbekanntesten Genusslandschaften Nordfrankreichs zählt.
Zwischen den Rebreihen öffnen sich immer wieder weite Ausblicke über das Marnetal. Familiengeführte Champagnerhäuser laden dazu ein, seltene Rebsorten und handwerkliche Produktionsweisen kennenzulernen. In den Dörfern prägen historische Waschhäuser, alte Markthallen und Schlösser das Ortsbild, während in Château-Thierry die Erinnerung an den Fabeldichter Jean de La Fontaine lebendig bleibt.
Doch die Region erzählt nicht nur Geschichten von Genuss und Lebensart. Rund um den Bois de Belleau und die Marne finden sich zahlreiche Erinnerungsorte des Ersten Weltkriegs. Zwischen Weinbergen und Gedenkstätten entsteht so ein faszinierender Kontrast aus französischer Lebensfreude und europäischer Geschichte. Die gesamte Tour umfasst 122 Kilometer und ist für geübte Radler oder mit dem E-Bike in 3 Etappen machbar. Sie führt durch eine Landschaft, die weit mehr zu erzählen hat als ihre berühmten Schaumweine.
Routeninfos: Rundtour mit Start und Ende in Château Thierry, 122 km, 3 Tage, Höhenunterschied max. 473 m, für geübte Radler oder per E-Bike

Zwischen Windmühlen und Weltstadt
Kaum eine Tour zeigt die Vielfalt Nordfrankreichs so kompakt wie die Verbindung zwischen Dünkirchen und Lille. Auf rund hundert Kilometern wechseln die Kulissen vom maritimen Norden bis ins Herz des französischen Flanderns.
Den Auftakt bildet Dünkirchen mit seinem geschäftigen Hafen und seiner engen Verbindung zur Nordsee. Schon kurz darauf bestimmen Kanäle, Windmühlen und Backsteindörfer die Landschaft. Über allem erheben sich die Monts de Flandre – jene sanften Hügel, die der Region ihre unverwechselbare Silhouette verleihen. Auf dem Mont Cassel reicht der Blick bei klarem Wetter bis zur Nordsee, während Museen, Belfriede und historische Gärten von der reichen flämischen Kultur erzählen.
Unterwegs begegnet man Klöstern, Brauereien und Dörfern, in denen die flämische Identität bis heute lebendig geblieben ist. Die Reise endet schließlich in Lille, einer der dynamischsten Städte Frankreichs, wo historische Architektur, Kreativszene und nordfranzösische Lebensart aufeinandertreffen. Eine Tour über 101 Kilometer in 2 Tagen machbar. Sie zeigt eindrucksvoll, wie viele Gesichter Flandern diesseits der belgischen Grenze besitzt.
Routeninfos: Dünkirchen – Lille, 101 km, 2 Tage, Höhenunterschied gesamt 358 m, für geübte Radler oder per E-Bike
Inspirationen über die Destination
https://www.nordfrankreich-erleben.com/
Das Reisebooklet zum Download!
Das Tourismusamt der Region Hauts-de-France bietet diverse Reisebooklets an, die Neuentdeckern wertvolle Tipps für die Entdeckung geben. „Nordfrankreich zu zweit – 5 Naturreisen mit dem Fahrrad“ schlägt die fünf Radtouren im Detail vor, liefert Adressen für Übernachtung, Besichtigungen oder auch Radmiete und auch die GPX-Daten der Touren zum Download. Das Booklet gibt’s kostenlos als pdf-Download unter: www.nordfrankreich-erleben.com
Bilder zur Pressemitteilung:
https://i13.mnm.is/anhang.aspx?ID=0ae207f21504870113
Pressekontakt D-A-CH und weitere Auskünfte:
Ralph Schetter, rs(at)schetter-pr(dot)com, Tel. +49 69 1561 2001
Bild Header: Der Nordsee entlang radeln bei Cayeux-sur-Mer, © Hauts-de-France Tourisme